Umgang mit herausfordernden Situationen

Foto: Marcel Schröder, Ikigai-Week 2017, Niedamirow

Dein Kind reagiert nicht. Du sprichst es wiederholt an, keine Reaktion. Du versuchst es immer wieder. Dir geht durch den Kopf was Du heute noch alles erledigen wolltest. Du wirst ungeduldig, in Dir fängt es an zu brodeln.

Du bist in einer Präsentation. Die präsentierten Ansätze geben nicht die Meinung der Auftraggebenden wieder, verschiedene Meinungen und Ansätze werden immer und immer wieder durchgekaut, es gibt keine Bewegung, jeder beharrt auf seinem Standpunkt. Du wirst plötzlich direkt mit der Aufforderung angespochen doch endlich die Frage von und so weiter zu beantworten. Du wirst unsicher und fühlst Dich zu unrecht so angesprochen. In Dir fängt es an zu brodeln, gleich wirst Du dich rechtfertigen.

Dein Partner hat den Müll nicht runtergeschafft, die Waschmaschine nicht geleert und sitzt vertieft mit Blick auf sein Smartphone. Ihr hattet euch für den heutigen Tag einiges vorgenommen und nun geht nichts los. Das darf doch nicht wahr sein. Dabei hattest Du doch schon mehrfach daraufhingewiesen, dass das nicht so geht. In Dir brodelt es, Du bist kurz vor dem Explodieren.


Du fragst Dich:

„Wie kann ich nun mit so einer Situation umgehen? Wie kann ich, wenn sich meine Emotionen melden und alles an sich ziehen möchten, zu mir selbst zurückkehren?“

„Wie kann ich zwischen dem Reiz mal so richtig wütend zu werden, dem getrieben sein, Recht haben wollen, eine ganz dolle Idee zu haben, noch etwas ganz wichtiges sofort erledigen zu wollen, noch etwas ganz wichtiges der Gesprächsrunde mitzuteilen eine Art Pause einlegen?“

„Wie kann ich vor meiner Reaktion einen Moment, einen Spalt erschaffen in dem es ruhig wird – wie geht das?“

Wichtig ist, zwei Dinge zu kennen – Deine Emotionen und Deine Gefühle.

Emotionen – sie kommen aus Deiner Vergangenheit. Geprägt durch Angst, Verletzlichkeit, traumatischen Erlebnissen, inneren Wunden. Sie sind für Abgrenzung, Wut, verletzende Äußerungen und Taten, Einsamkeit und dem Gefühl der Rache verantwortlich.

Gefühle – sie entspringen deiner augenblicklichen Verfassung, deinen Bedürfnissen, dem Bedürfnis Deines Körpers. Sie drücken Ruhe, Verbindung, Frieden, Freude, Verbundenheit aus. Darüberhinaus stehen sie für Mitgefühl, nicht zu verwechseln mit Mitleid, sowie intuitive und soziale Intelligenz.

Vier folgende Fähigkeiten sind notwendig um Emotionen und Gefühle verstehen zu lernen und damit sich selbst zu verstehen:

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. die Fähigkeit sich selbst beobachten zu können
  2. de Fähigkeit von sich selbst Abstand nehmen zu können
  3. die Fähigkeit sich anzunehmen
  4. die Fähigkeit sich selbst und dem Anderen zu vergeben

Dazu ist es hilfreich zwei Dinge zu wissen:

  1. Dem Wissen, dass Du nicht das bist was Du denkst sondern, dass das das Deine Gedanken sind, von denen Dein Gehirn täglich ca. 60.000 produziert
  2. Das Mitgefühl, nicht mit Mitleid zu verwechseln, das wesentliche Element ist, welches Dich mit Anderen und Dir verbindet, Dir selbst vergibt und Dein Selbstwertgefühl stärkt und füllt.

Die Schlüssel dazu, dass Du Dich besser verstehst und adäquat reagieren kannst.

Fünf Schritte um adäquat reagieren zu können und in turbulenten Situationen bei Dir zu bleiben:

  1. Innehalten (das „Innen“ halten)
  2. Atmen (heben und senken der Bauchdecke)
  3. Beobachten (Was passiert in mir?)
  4. Nachdenken (Der rationale Teil Deiner Persönlichkeit übernimmt nun die Arbeit.)
  5. Reagieren (adäquat reagieren)

Durch das Innehalten schaffst Du einen Raum der Vergebung und der Stille – in Sekunden. Dieser Raum gibt Dir Kraft und Energie, für Dich, Deinen gesamten Tag, Deine Umgebung, Deinen Abend und Deine Ruhe in der Nacht. Verweise Deine inneren „Monster“ auf die Plätze. Sperre sie nicht in den Keller. Grüße sie freundlich und sage ihnen „Hallo“.

Übe Dich in Langsamkeit. Denn es ist immer noch genügend Zeit. Dein Kind kommt pünktlich ins Training, Du kommst pünktlich zur Projektbesprechung, Du kannst deinen Entwurf pünktlich abgeben. Ich wünsche Dir gutes Gelingen.