„Das hat der Meister gesagt, wir sollen das so und so machen!“ Wie oft erlebte ich den Neunzigerjahren Jahre solche Situationen an der Academy meines damaligen Lehrers. Wie viel wurde blindlings kopiert, übernommen, als für wahr und das einzig richtige aufgenommen. Bis Anfang der Zweitausender hielt ich das aus. Dann begann ich ernsthaft nach anderen Lehr-Ansätzen zu suchen. Eines Tages fand ich einen Meister, der auf seinem T-Shirt dieses obige Zitat von Basho stehen hatte. Dieser Lehrer war nicht weniger respekteinflößend als mein japanischer Lehrer aus den Neunzigern. Jedoch mit einem Unterschied, der, nennen wir ihn Basho-Lehrer, regte geradezu zum kritischen Denken an und hatte es als eine Methode in sein Training eingebaut.
Mein japanischer Lehrer, dem ich trotzdem noch treu weitere zehn Jahre folgte, setzte auf ein östliches Prinzip – Lerne durch Erfahrung: sollte eine Methode, Strategie oder Technik sich für dich als unbrauchbar erweisen, dann lass sie weg. Allerdings diskutierte nicht mit mir darüber, sondern triff deine Entscheidung. Die Entscheidungen, die ich traf, nötigten meinem japanischen Lehrer Respekt ab. Diesen gab er mir. Ein Jahrzehnt war da vergangen.
Dem Basho-Lehrer folge ich noch heute. Denn sein kritisches Denken fordert mich täglich heraus. Es ist nicht einfach nach einem langen Tag am Abend im Training sich noch kritisch zu hinterfragen, jedoch ist das, was ich daraus für mich mitnehme, ein Schatz.
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